Tragen im Winter

Wenn man mit einem Baby oder Kleinkind einen Ausflug in winterlicher Landschaft unternehmen möchte, dann stellt man schnell fest, dass ein Kinderwagen sich hierfür wenig eignet. Er lässt sich nur mit enormem Kraftaufwand auf verschneiten Wegen schieben und das Gehen abseits des Weges wird zu einer unmöglichen Aufgabe.

Auch die Variante Baby im Lammfellfußsack auf dem Schlitten mit Rückenlehne hat sich bei uns nicht bewährt, da der Schlitten im tiefen Schnee und unebener Fläche zu häufig in Schieflage geriet und es zudem nach kurzer Zeit zu kalt für den Winzling wurde.

Foto 29.12.14 16 12 09Aus diesem Grund wird unsere Kleine auch im Winter im Tragetuch oder der Komforttrage getragen. Aber auch hierbei gibt es im Winter ein paar Dinge zu beachten, wie wir nach erster Recherche und vor allem eigener Erfahrung feststellten. Kleine Babys sollten im Winter stets unter der Jacke getragen werden, da sie viel schneller auskühlen als Erwachsene. Das Baby wird hierfür so gekleidet, wie man sich selbst auch unter der Winterjacke kleidet bzw. je nach Wärmebedürfnis des Kindes etwas wärmer. Zusätzlich sollte das Baby Wollsöckchen, Fellschuhe oder andere warme Fußbekleidung tragen und eine warme Mütze sowie einen Schal. Handschuhe sind nicht notwendig, sofern das Baby noch so klein ist, das es die Hände im Tragetuch bzw. der Komforttrage hat. Es empfielt sich das Gesicht des Babys mit fetthaltiger Creme einzucremen, zum Beispiel mit dem Wind- und Wetterbalsam von Weleda.

Der Tragende selbst sollte auf festes Schuhwerk mit Profil achten oder Spikes tragen. Zudem kann, sofern das Baby vor dem Bauch getragen wird, nur ein Tuch oder ein schmaler Schal getragen werden, damit das Atmen des Babys nicht behindert wird. Beim Ankleiden ist zu beachten, dass sich Tragling und Tragender gegenseitig wärmen und man eine Überhitzung des Babys aufgrund zu warmer Kleidung auf jeden Fall verhindern sollte.

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Während Thomas genug Platz in seiner normalen Winterjacke hat, um die Kleinde mit unterzubringen, hat sich bei mir ein Tragemantel (in meinem Fall der Kaputzenmantel von Mamalila aus Wollwalk) sehr bewährt. Er lässt sich mit verschiedenen Bändern und Knöpfen so einstellen, dass beim wachen Kind lediglich das Köpfchen herausschaut. Bei einer normalen Jacke ist der Halsbereich des Tragenden meist unbedeckt, was ich als sehr unangenehm empfinde. Wenn das Baby eingeschlafen ist, empfiehlt es sich den Kragen wieder zu öffnen und das Köpfchen direkt auf die Brust zu betten. Dann muss das Tuch bzw. der Schal so drappiert werden, dass er wärmt, aber dennoch nicht im Gesicht des Babys liegt. Zudem bietet der Tragemantel die Möglichkeit das Baby auch auf dem Rücken zu tragen, da der Trageeinsatz auch hinten befestigt werden kann. Wir haben dies aber bisher noch nicht getestet, da die Kleine noch ausschließlich vorn getragen wird.

Eine etwas preisgünstigere Variante zu den diversen Tragejacken und Tragemänteln sind sogenannte Tragecover. Je nach Modell liegt das Baby hierbei entweder mit in der elterlichen Jacke, die sich nicht ganz schließen lässt oder wird über der Jacke getragen, wobei zu beachten ist, dass das Baby dann nicht mehr von der Körperwärme des Tragenden profitiert. Auch hält der Markt Trageschals bereit, die versprechen das Problem des freien Dekolletés zu lösen. Wir haben jedoch beides bisher noch nicht selbst ausprobiert.

Kleinkinder, die nicht mehr den gesamten Ausflug in der Trage verbringen, können bei guter Kleidung auch außerhalb der Jacke oder des Tragecovers getragen werden. Da das Kind dann aber auf die elterliche Körperwärme verzichten muss und zudem Wind und Wetter deutlich stärker ausgesetzt ist, muss die Kleidung entsprechend deutlich wärmer ausfallen. Wir haben gute Erfahrungen mit Walkoveralls gemacht, sofern das Spiel im Schnee nicht zu intensiv ausfällt. Trägt das Kind einen Schneeanzug so ist das Tragen kaum möglich, da die Kombination aus Winterjacke, Schneeanzug und Komforttrage bzw. Tragetuch meist zu dick ist, um noch praktikabel zu sein.

Insgesamt gilt also: Je jünger das Kind, desto enger sollte es im Winter am elterlichen Körper getragen werden und desto mehr muss es vor Wind und Wetter geschützt werden.

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